Der Wahlkampf in den USA beginnt

Joe Biden ist der Kandidat der Demokraten.

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Ein paar Luftschlangen flogen hinter Joe Biden durch die Luft. Ein größeres Fest mit vielen Leuten gab es für den Politiker wegen der Corona-Krise aber nicht, als ihn seine Partei zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Land USA wählte. Die meisten seiner Anhänger gratulierten ihm mit Videos von zu Hause. Nun geht für Joe Biden der Wahlkampf los.

Alle vier Jahre wird in den USA in der Regel ein Regierungschef gewählt, so wie bei uns. Doch ansonsten laufen die Wahlen dort etwas anders ab. Ein paar Unterschiede erklärt Fachmann Johannes Thimm.

Er sagt: „In den USA gibt es praktisch nur zwei Parteien: die Demokraten und die Republikaner.“ Auf ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Präsidentschaftswahl einigen sie sich vorher. Diese können dann von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt werden.

Wahlmänner stimmen ab

Joe Biden ist ein Demokrat. Für die Republikaner soll Donald Trump antreten. Er ist im Moment schon Präsident und könnte noch ein weiteres Mal gewählt werden. Allerdings wählen die Leute in den USA ihren Präsidenten nicht direkt, erklärt der Experte. Stattdessen geben sie ihre Stimme Wahlmännern und Wahlfrauen.

Diese wählen dann das Staatsoberhaupt. In den jeweiligen Bundesstaaten der USA gibt es unterschiedlich viele Wahlmänner. „Die Partei mit den meisten Stimmen in einem Staat gewinnt dort alle Wahlmänner“, sagt Johannes Thimm.

Es ist also egal, ob ein Kandidat in einem Staat eine deutliche oder nur eine knappe Mehrheit bekommt. So oder so bekommt er dort die Stimmen aller Wahlmänner. „Dadurch kann es passieren, dass ein Kandidat die Wahl gewinnt, obwohl die Mehrheit der Wähler für den anderen gestimmt haben.“

Diese Art zu wählen macht es etwas schwieriger vorauszusagen, wie die Wahl ausgeht. Trotzdem vermuten Wahlforscher gerade, dass Joe Biden die Wahl gewinnt. Die Entscheidung fällt, wenn die Leute am 3. November losgehen und ihre Stimme abgeben.

Streit um die Briefwahl

Bei einer Wahl können die Menschen ihre Stimme am Wahltag in einem Wahllokal abgeben. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Wahlzettel zuhause auszufüllen und per Post abzugeben. Das nennt man Briefwahl. Wegen Corona möchten viele Menschen im Moment lieber so wählen. Trotzdem gibt es in den USA seit einigen Wochen immer wieder Streit um das Thema.

Präsident Donald Trump behauptete, bei der Briefwahl könnte leicht betrogen werden. Experten sagen aber, dass das so nicht stimmt. Kritiker von Trump sagen, er wolle die Wahl per Brief verhindern und habe sogar versucht, die Post zu beeinflussen, damit die Stimmzettel nicht pünktlich ankommen. Der Chef der Post ist ein Freund von Trump.