„Betrug beim Sportfest“

Tim, Karl, Klößchen und Gaby lösen mutig jeden Fall!

Foto: COMICON S.L./Beroy + San Julian

„Ich habe heute Quark mit Erdbeeren gefrühstückt.“ Karl kniete sich auf die Tartan-Bahn und band die Schnürsenkel seines Turnschuhs fester.

„Eiweiß und Vitamine.“ Mit dem Zeigefinger tippte Tim auf Karls Stirn. „Kraftfutter für dein Super-Gehirn und deine Muskeln.“

Klößchen nahm sich drei Bälle, die neben Seilen und Säcken auf einem Tisch lagen. „Super, dass es zu den normalen Disziplinen in diesem Jahr auch Jonglieren gibt.“

„Ich freue mich auf das Tauziehen“, erklärte Tim, der bereits drei Runden auf dem Sportplatz des Internats gejoggt war, um sich warmzumachen.

„Und, Klößchen, hast du schon Sackhüpfen geübt?“, witzelte Nick Frenzel aus der Parallelklasse.

„Nein, aber das hier!“ Klößchen begann zu jonglieren.

„Du bist ja noch besser geworden“, staunte Gaby. Ihr Cockerspaniel Oskar bellte zustimmend. Normalerweise durfte er nicht mit auf den Sportplatz, aber heute war er sogar erwünscht. Der Sportlehrer Herr Stark hatte ihn zum Bälleholen eingeteilt.

Bennet von Lotzow sah auf seine Uhr. „Na dann, bis später auf dem Siegertreppchen! Komm Nick, wir müssen jetzt zum Schlagballwurf.“

TKKG, die zusammen in die 5b des Internats gingen, beobachteten Ben und Nick aus der Parallelklasse beim Schlagballwurf.

„Ben hat keine gute Wurf-Technik“, stellte Gaby fest, während Oskar mit wehenden Ohren den Ball zurückbrachte.

„Der Saft bringt nichts!“, fluchte Ben.

„Welcher Saft?“, flüsterte Klößchen.

Tim linste auf die Liste, die für jeden Schüler von den Lehrern an der jeweiligen Station ausgefüllt wurde. „Das kann ja gar nicht sein!“

„Was ist?“, fragte Klößchen und hörte auf zu jonglieren.

„Hier steht, dass Ben 5,90 m weit gesprungen ist“, berichtete Tim. „Der springt meistens eher vier Meter.“

„Das wären fast zwei Meter mehr als sonst.“ Karl schob seine Brille auf die Nase und betrachtete die Zahlen ganz genau.

„Könnte Herr Stark sich verschrieben haben?“, überlegte Gaby.

Karl tippte auf das Papier. „So ähnlich. Hier wurden unterschiedliche Kulis verwendet.“

Was entdecken TKKG?

Karl hielt den Zettel mit Bens Wettkampf-Ergebnissen hoch. „Schaut mal, hier bei Weitsprung stand zuerst eine Drei vor dem Komma.“

Klößchen linste auf das Papier. „Stimmt, jemand hat aus der Drei eine Fünf gemacht.“

„Was macht ihr denn da?“ Ben kam auf sie zu, Oskar wetzte mit einem Ball im Maul neben ihm her.

„Das möchte ich aber auch mal wissen“, sagte Sportlehrer Stark streng. Er nahm Karl die Liste aus der Hand.

„Wir vermuten, dass Ben seine Zahlen gefälscht hat“, preschte Gaby vor.

„Ziemlich unsportlich von dir.“ Klößchen nahm Oskar den Ball aus dem Maul und begann wieder zu jonglieren. „Wir arbeiten hier alle mit fairen Mitteln!“

„Okay, das war doof“, gab Ben zu.

Herr Stark schüttelte den Kopf. „Das ist deine letzte Chance, Ben. Wenn du noch einmal schummelst, bist du disqualifiziert.“ Der Lehrer vertiefte sich in seine Tabellen.

„Schönen Dank“, zischte Ben den Detektiven zu.

„Sehr gerne!“, raunte Tim. „Und mal ehrlich: Wer will denn schon mit einer Lüge den Wettkampf gewinnen?“

„Sag das mal Nils.“ Ben zeigte auf den Mitschüler aus der 7b.

„Wieso?“ Klößchen fing nacheinander die drei Jonglier-Bälle auf.

„Der Typ hat auch gelogen“, murrte Ben. „Er hat mir fünf Euro abgeknöpft für sein angebliches Wundergetränk.“

„Wundergetränk?“ Tim zog die Augenbrauen zusammen.

„Ein Cocktail aus exotischen Früchten, der angeblich sofort die Leistung steigern soll“, schnaubte Ben. „Und ich war so dämlich das zu glauben.“

„Und weil es nicht geklappt hat, hast du deine Ergebnisse einfach gefälscht?“, schlussfolgerte Gaby.

Karl lugte heimlich auf Nils’ Liste. „Seine Ergebnisse sind alle sehr gut, aber gefälscht sehen die nicht aus“, raunte er seinen Freunden zu.

Eine kleine Gruppe Schüler reihte sich um Nils. Er sah sich verstohlen um und verteilte Becher mit einer gelben Flüssigkeit.

Karl kniff die Augen zusammen. „Finn zückt gerade sein Portemonnaie.“

„Tatsächlich“, raunte Tim. „Er bezahlt für das Getränk.“

Gaby hatte Nils’ Rucksack entdeckt. Er war umgekippt, etwas Orangefarbenes ragte daraus hervor.

Was ragt aus dem Rucksack hervor?

 In Nils’ Rucksack waren zwei große Fruchtsaft-Packungen.

Karl klaubte ein paar Münzen aus seiner Tasche und reihte sich in die Schlange ein. Mit einem Becher kam er zurück. „Sieht aus wie normaler Multivitaminsaft.“ Er probierte. „Und schmeckt auch so.“

„Er hat einfach Mango-Maracuja-Saft mit Multivitaminsaft vermischt und verkauft das als angebliches Wundergetränk“, mutmaßte Gaby.

„Frechheit, dass er allen so viel Geld dafür abknöpft!“, ärgerte sich Tim.

„Kommt, wir stellen das klar!“ Entschlossen marschierte Klößchen los, aber Tim hielt ihn zurück. „Er selbst ist ja wirklich total gut. Sonst würde ihm das doch auch keiner abkaufen.“

„Stimmt, eigentlich sogar zu gut“, bestätigte Gaby.

„Ihr meint, er führt noch etwas anderes im Schilde?“, fragte Klößchen verschwörerisch.

„Die 7. Klassen zum Schlagball-Wurf“, tönte die Stimme von Sportlehrer Stark über den Platz.

„Oskar, das ist wieder dein Einsatz.“ Gaby wuschelte ihrem Cockerspaniel über das Fell. „Wir begleiten dich und gucken uns mal aus der Nähe an, wie Nils sich so schlägt.“

Nachdem sie eine Weile zugeschaut hatten stellte Gaby fest: „Besonders weit wirft der auch nicht.“

„Vielleicht hilft der Saft ja nur beim Springen?“, spekulierte Klößchen.

Tim lachte auf. „Also, das glaube ich nicht!“

„Dann hat er vielleicht besonders tolle Schuhe?“, überlegte Karl.

Wie aufs Stichwort zog Nils im selben Moment seine Schuhe aus und warf seinen Pulli darauf.

„Seltsam.“ Klößchen drehte sich zu Oskar. „Komm, wir lenken Nils ab und die anderen inspizieren die Turnschuhe von Nils.“ Er schnappte sich wieder die Jonglierbälle und steckte Oskar einen ins Maul.

Gaby deutete auf eine Schülertraube, die sich um Nils bildete. „Ich glaube, du musst ihn gar nicht ablenken, da beschweren sich gerade ein paar Schüler über den angeblichen Wundersaft.“

TKKG pirschten sich an Nils’ Schuhe heran. Mit dem Fuß schob Tim dessen Pulli beiseite.

Sprachlos starrten die Detektive auf ihre Entdeckung.

Was entdecken die Detektive?

 „Hier ist was an Nils’ Turnschuhen.“ Mit spitzen Fingern hob Karl den Schuh an. Unter der Sohle waren mehrere kleine Sprungfedern befestigt.

„Der Typ ist ein Betrüger“, schnaubte Tim.

„Und ein Erfinder.“ Karl betrachtete den Schuh genauer. „Die Konstruktion ist ziemlich genial.“

„Ich glaube, seine Eltern stellen Betten her“, wusste Gaby. „Daher hat er die Sprungfedern.“

„Vermutlich ist er in seinem Leben schon so viel auf Betten rumgehüpft, dass er zwangsläufig auf die Idee kommen musste“, überlegte Klößchen. „Das ist wie bei mir. Ich habe schon so viel Schokolade vertilgt, dass ich auch irgendwann eine geniale Schokoladenerfindung machen werde.“

„Bereit fürs Tauziehen?“ Sportlehrer Stark stand plötzlich neben TKKG. Er teilte Gruppen ein. TKKG waren zusammen in einer Gruppe, in der anderen waren Ben und Nick mit Nils.

Aus dem Augenwinkel beobachtete Tim, wie Nils heimlich begann, das Seil zu bearbeiten.

„Und ich habe schon so viel Sport gemacht, dass wir Nils jetzt das Handwerk legen werden“, verkündete Tim. Er rannte in die Turnhalle und holte eine Dose Talkum-Puder. „Damit rutschen die Hände nicht ab.“

Als TKKG sich die Handinnenflächen eingerieben hatten, gab Herr Stark das Startsignal. Nils hielt TKKG die Seite des Seils hin, die er zuvor eingefettet hatte. Es wurde gezogen und gezerrt, TKKG strengten sich mächtig an. Aber der Talkum-Puder wirkte! Nach einer Zitterpartie zogen TKKG die Gegenseite über die Linie. Die Freunde klatschten sich ab.

Nils fluchte.

„Tja, das Seil war so rutschig, da brauchten wir Talkum-Puder“, erklärte Tim.

„Pfff!“, machte Nils.

„Gib zu, dass du das Seil eingefettet hast!“, forderte Tim.

„Außerdem hast du Sprungfedern in deinen Schuhen und auch noch billigen Saft für viel Geld verkauft“, ergänzte Gaby.

„Was geht euch das denn an?“ Nils zog Lippenbalsam aus seiner Tasche und fettete sich die Lippen ein. „Man muss halt gute Ideen haben.“

„Und ich habe gute Ohren, Nils!“ Der Sportlehrer kam dazu.

Im selben Moment wuselte Oskar mit einem von Nils’ Schuhen im Maul herbei. Daraus hing eine Sprungfeder.

„Überführt“, triumphierte Tim.

„So, ihr Superdetektive, dann zeigt jetzt mal, wie weit ihr springen könnt“, rief der Sportlehrer, nachdem Nils vom Sportfest disqualifiziert worden war.

„Kleinen Moment“, nuschelte Klößchen, der gerade Traube-Rosinen-Schokoriegel an alle verteilte. „Wir kämpfen ja hier mit ehrlichen Mitteln.“

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Von Kirsten Vogel