„Schwimmtier undercover“

Tim, Karl, Klößchen und Gaby lösen mutig jeden Fall!

Foto: COMICON S.L./Beroy + San Julian

„Oskar hat jetzt einen Hunde-Pool“, erklärte Gaby, als sie mit ihren Freunden Tim, Karl, und Klößchen ihre Wertsachen in den Schließfächern des Freischwimmbades verstaute. „Und zwar mein altes Planschbecken.“ „Super! Trotzdem schade, dass er nicht mit uns ins Freibad darf.“ Tim legte das Armband mit dem Schlüssel um sein Handgelenk.

„Aber wenigstens kann er in Ruhe baden.“ Klößchen, der sein neues Schwimmtier im Arm hielt, deutete auf das volle Schwimmbecken. Er hielt den aufgeblasenen Delfin hoch. „Übrigens hat Fine auch einen Getränkehalter.“

Karl schob seine Brille auf die Nase. „Wusstet ihr, dass Delfine ähnlich schlau sind wie Hunde?“ „Aber niemand ist so schlau wie du, Karl“, rief Tim und flitzte über die Liegewiese zum Schwimmbecken. Mit einem Köpfer sprang er ins Wasser und kraulte los. Auch Gaby landete elegant mit einem Kopfsprung im Becken. Karl tunkte seinen großen Zeh ins Wasser und verzog das Gesicht. „Brrr!“ „Karl, auf Fine haben wir beide Platz“, rief Klößchen, der gemütlich auf seinem Schwimmtier schipperte.

Da kam Felix aus der Parallelklasse angeschwommen und spritzte Karl nass. „Hier! Noch eine Abkühlung!“ „Spritz deinen Freund Anton nass, aber lass uns in Ruhe“, rief Tim Felix zu. „Wo ist der denn überhaupt?“ Felix antwortete nicht, sondern rief: „Wer macht mit bei einer Wasserschlacht?“

Karl wollte seine Brille trockenputzen, wusste aber nicht woran. „Ich bringe meine Brille schnell ins Schließfach“, rief er seinen Freunden zu. Als er bei den Schließfächern ankam, sah er aus dem Augenwinkel, wie gerade jemand wegtapste. Doch als er sich umdrehte, war die Person verschwunden.

Karl bemerkte, dass eins der Schließfächer weit offen stand. Es war das von Gaby. Aber sie hatte es doch zugeschlossen! Er prüfte den Inhalt und stellte erleichtert fest, dass nichts fehlte.

Sein Blick fiel auf den Betonboden. Fußabdrücke führten genau zu Gabys Schließfach, und wieder davon weg. Karl wollte die Abdrücke schnell fotografieren.

Warum muss Karl sich beeilen, um die Fußabdrücke zu sichern?

Beim Blick in sein Schließfach erschrak Karl: Sein Handy war weg! Mit seinem fotografischen Gedächtnis versuchte er, sich die Form der nassen Fußabdrücke einzuprägen. Er erkannte einen großen Zeh, und eine Sekunde später waren die Abdrücke auf dem aufgeheizten Betonboden getrocknet.Schnell rannte Karl zurück zum Schwimmbecken, wo Klößchen seinen erschlafften Delfin aufpustete. Klößchen hielt inne und berichtete: „Anton will ein Wettschwimmen mit Gaby machen.“

„Ich muss euch was erzählen“, rief Karl aufgeregt. Tim und Gaby stützen sich am Beckenrand ab und kletterten aus dem Wasser. Dabei lauschten sie Karls Bericht von den Vorfällen bei den Schließfächern. „Das ist ein Fall für TKKG!“ Tim lief los.

Klößchen legte seinen Delfin auf die Wiese und rannte seinen Freunden hinterher. Sofort schloss er sein Schließfach auf. „Mist, mein Handy ist weg! Und mein Geld auch.“

Tims Handy und Portemonnaie waren ebenfalls verschwunden. „Gabys Schließfach wurde geöffnet und da fehlt nichts, aber unsere waren abgeschlossen und alle Wertsachen sind weg?“ Tim rieb grübelnd über seine Schläfe. „Das geht mit einem Universalschlüssel“, vermutete Gaby. „Die Bademeisterin hat so einen, falls man seinen Schlüssel verliert.“

Karls Blick fiel zur Wiese, wo Anton und Felix sich gerade mit einer großen Portion Pommes niederließen. „Ich sehe die beiden heute das erste Mal zusammen.“ „Stimmt“, bestätigte Klößchen. „Vorher haben sie immer abwechselnd blöden Quatsch gemacht.“

„Vielleicht wollte einer der beiden alle ablenken, damit der andere unbemerkt die Schließfächer ausrauben kann?“, überlegte Gaby.

„Ja, und als Karl seine Brille wegbringen wollte, hat er den Plan durchkreuzt. Der Dieb hatte sich gerade an Gabys Schließfach zu schaffen gemacht“, folgerte Tim, „und ist dann schnell abgehauen ohne es noch abschließen zu können.“ „Das passt“, bestätigte Karl. „Anton hat doch auch einen so großen Onkel.“ „Hä? Was hat denn der Onkel damit zu tun?“ Klößchen stand auf der Leitung. „Er meint den großen Zeh“, erklärte Gaby. „Am Fuß.“

„Uns fehlen Beweise“, seufzte Karl. „Ich hab das Bild vom Zeh ja nur in meinem Kopf.“ „Das muss da wieder raus!“, sagte Klößchen entschieden. „Wir müssen sie auf frischer Tat ertappen“, erklärte Tim. „Schade, dass Schnüffelnase Oskar nicht dabei ist.“

„Dafür haben wir meinen Delfin mit Getränkehalter“, sagte Klößchen. „Da passt doch sicher Gabys Handy rein!“

Was hat Klößchen vor?

Klößchen flitzte zu seinem Delfin, der in der Sonne auf der Wiese lag. Möglichst unauffällig bugsierte er ihn in Richtung der Schließfächer. Gaby holte ihr Handy heraus. „Gut, dass Karl mir neulich die vielen Videos von Oskar auf Papis Rechner gezogen hat, so habe ich wieder genug Speicherplatz.“

Karl und Tim suchten den perfekten Standort aus, von dem man alle Schließfächer gut im Blick hatte. Dann positionierten TKKG das Schwimmtier genau an dieser Stelle.

„Hm, ein Becher wäre jetzt gut“, überlegte Tim. „Oder eine Butterbrottüte“, fiel Klößchen ein. In Windeseile fischte er eine aus seinem Rucksack und holte ein Brot mit Schoko-Creme heraus. Er biss ab und hielt den anderen das Brot hin. „Mal probieren?“ „Nee, danke.“ Tim nahm die Tüte, schüttete die Krümel aus und Gaby steckte ihr Handy so hinein, dass nur noch die obere Spitze mit der integrierten Kamera herausragte. Anschließend stopften sie die Tüte mit dem Handy in den Getränkehalter des Delfins.

Tim setzte dem Delfin seine Sonnenbrille auf. „Das ist das beste Undercover-Schwimmtier der Millionenstadt“, lachte Gaby und aktivierte die Aufnahmefunktion ihres Handys. „So, und jetzt schlagen wir sie mit ihren eigenen Methoden.“ Tim reckte die Faust in die Luft.

Klößchen steckte gerade das letzte Stück seines Brotes in den Mund. „Willst du ihnen auch etwas klauen?“

„Nein, wir lenken alle so ab, dass Anton und Felix noch mal herkommen können um weitere Schließfächer zu plündern“, erklärte Gaby und lief auf die Liegewiese. „Wer macht mit beim Wettrutschen?“, rief sie.

TKKG beobachteten, wie einige Schüler aufsprangen und zur Rutsche liefen.

Während Gaby und Tim nun einen Schnellrutsch-Wettbewerb veranstalteten, beobachteten Karl und Klößchen, wie Anton und Felix zu den Schließfächern tapsten. Schnell gaben sie Tim und Gaby ein Zeichen und schlichen mit sicherem Abstand hinterher.

Gaby informierte die Bademeisterin. „Kann es sein, dass der Universalschlüssel für die Schließfächer verschwunden ist?“ Die Frau griff in ihre Hosentasche. „Mensch ja, woher weißt du das?“

Wird es TKKG gelingen, die Diebe zu überführen?

Als TKKG mit der Bademeisterin bei den Schließfächern ankamen, war niemand mehr zu sehen. Nur Klößchens Delfin lag immer noch da und lächelte. Schnell zog Gaby ihr Handy aus der Butterbrottüte und startete das aufgenommene Video. Alle starrten auf das Display. Schon kamen Felix und Anton ins Bild und liefen zu Gabys Schließfach. Sie schlossen es auf und wühlten darin herum, fanden aber nichts Wertvolles. Schließlich öffneten sie ein weiteres Schließfach. Mit spitzen Fingern zogen sie daraus ein Portemonnaie hervor. „Ich informiere jetzt die Polizei“, sagte die Bademeisterin und entfernte sich ein paar Schritte.

Gaby stockte der Atem. „Das glaube ich jetzt nicht!“ „Was ist?“, fragte Tim. „Das ist der Geldbeutel von Papi“, brachte Gaby geschockt hervor. „Kommissar Glockner ist auch hier?“ Klößchen sah sich um.

Tim deutete in Richtung der Toiletten. „Sie sind in die Richtung aus dem Bild verschwunden.“ Auf leisen Sohlen schlichen die Detektive in die Herrentoilette. Karl zeigte zu zwei geschlossenen Toiletten und wollte gerade unter einer Tür hindurch linsen, da rauschte die Spülung und eine Tür ging auf. Vor ihnen stand Gabys Vater, Kommissar Glockner,  in einer roten Badehose.

Gaby legte den Finger an den Mund und deutete auf die geschlossene Toilette.

Karl spähte unter der Tür hindurch. „Der große Onkel von Anton“, wisperte er kaum hörbar. „Und noch drei andere Füße.“

„Papi, die Jungs haben den Universalschlüssel für die Schließfächer gestohlen und daraus Wertsachen geklaut, auch dein Portemonnaie.“ Gabys Vater zwinkerte TKKG zu und drehte sich dann zur Toilettentür: „Hier spricht die Polizei. Wir wissen, dass ihr die Schließfächer ausgeraubt habt, kommt sofort raus!“ Es dauerte nur einen kurzen Moment und die Tür wurde aufgeschlossen. Felix und Anton trotteten mit hängenden Köpfen heraus.

Nachdem sie reumütig den Schlüssel und die Beute zurückgegeben hatten, bekamen sie Schwimmbadverbot. TKKG hingegen wurden mit einer leckeren Orangenlimo entlohnt.

Glückselig und mit Limo im Getränkehalter schipperten TKKG den Rest des Nachmittags auf Klößchens lächelndem Delfin über das Wasser, während Kommissar Glockner seine Bahnen zog.

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Von Kirsten Vogel