Dein Rätselkrimi: „Feuer, Mond und Sterne“

Tim, Karl, Klößchen und Gaby lösen mutig jeden Fall!

Foto: COMICON S.L./Beroy + San Julian

„Im Nebel kommt mein Laternen-Raumschiff besonders cool rüber.“ Tim steckte eine Batterie in den elektronischen Laternenstab. „Echt cool, dass Frau Schlemmer mit uns Laternen gebastelt hat“, fand Gaby. Ihr Cockerspaniel Oskar wuselte mit einem blinkenden Hundehalsband freudig um ihre Laterne in der Form eines Hundekopfes herum.

Klößchen steckte sich ein Stück Schokolade in den Mund und schwenkte seine Laterne in Form einer Kirschpraline. „Karl, was stellt deine Laterne eigentlich dar?“ „Das ist ein achteckiger Kubus“, antwortete Karl.

„Karl wird bestimmt mal Architekt“, staunte Gaby. „Super, dann kann er uns ein achteckiges Geheimquartier bauen.“ Tim legte seine Laterne auf den Boden und warf ein Leckerli in die Luft, das Oskar im Sprung mit dem Maul auffing.

Tim, Karl, Klößchen und Gaby gingen zusammen in die Klasse 5b des Internats in der Millionenstadt und waren eine Detektivbande. Gabys Hund Oskar gehörte mit seiner feinen Spürnase auch dazu. „Ein Kubus ist ein Würfel“, erklärte Karl. „Die haben immer acht Ecken.“

„Ach wie süß“, unterbrach Finja aus der 9c die Unterhaltung. „Die Babys aus der 5. Klasse machen Laternenlauf!“ „So babymäßig ist das gar nicht.“ Karl schob seine Brille auf die Nase. „Der Laternenumzug ist ein sehr alter Brauch, den wir einem Mann namens Martin zu verdanken haben. Er hat zu Lebzeiten viel Gutes getan. Die Leute sind nach seinem Tod mit Fackeln zu seinem Grab gegangen, um ihm zu danken. Daraus wurde dann der alljährliche Lichterzug.“ „Damals war es wenigstens noch echtes Feuer“, sagte Finja. Sie warf etwas in den Mülleimer neben einer Bank und verschwand außer Sichtweite.

Karl betätigte den kleinen Schalter an seinem Laternenstab. „Mist, die Batterie ist leer. Meine großen Brüder hatten früher noch Teelichte in ihren Laternen.“ „Das macht man wegen der Brandgefahr heute kaum noch“, wusste Gaby. Sie schaltete ihre Laterne an und lief los, gefolgt von Klößchen, der lauthals: „Rabimmel, rabammel, rabumm!“, trällerte.

Tim fischte eine Batterie aus seiner Tasche und gab sie Karl. Der setzte sie in den Laternenstab ein. „Los geht’s“, freute sich Tim. Er wollte seine Laterne aufheben und erschrak: „Meine Laterne ist weg!“

Wo ist Tims Laterne?

Klößchen und Gaby kamen zurückgelaufen und leuchteten den Boden ab. Aber Tims Raumschiff -Laterne war weg. „Vielleicht ist sie in Lichtgeschwindigkeit auf Weltall-Mission gegangen?“, überlegte Klößchen. „Das ist ein Fall für die besten Detektive des Universums“, verkündete Gaby. „Detektive, die Licht ins Dunkel bringen“, ergänzte Tim. Er sah sich um. „Es ist echt stockdunkel. Da oben sollten doch eigentlich jetzt die Sterne leuchten, wie im Lied, aber es ist zu neblig.“

„Schön, dass unser Hausmeister für den Laternenumzug die Beleuchtung ausgeschaltet hat, aber jetzt bräuchten wir Licht“, meinte Karl und schaltete die Taschenlampe seines Handys an. Im selben Moment flackerte bei der Tischtennisplatte ein Licht auf. „Habt ihr das auch gesehen?“, zischte Gaby. „Ja, das war ein Feuerzeug!“, rief Tim und rannte los.

Als er bei der Tischtennisplatte ankam, drehte er sich im Kreis und beugte sich unter die Platte. „Nichts!“, rief er seinen Freunden enttäuscht zu. „Es brennt!“, schrie Klößchen plötzlich und zeigte zum Mülleimer in der Nähe der Tischtennisplatte, aus dem eine kleine Stichflamme hervorschoss.

„Kinder, auf Abstand bleiben“, rief die Klassenlehrerin der 5b, die gerade die Treppe herunterkam. „Ich sage Herrn Petersen Bescheid.“ Tim lief ins Schulgebäude. Blitzschnell wählte Gaby die Nummer der Feuerwehr, während Klößchen sich um Oskar kümmerte und Karl der Lehrerin half, neugierige Internatsschüler auf Abstand zu halten.

Schon kam Tim mit dem Hausmeister zurück. Dieser hatte einen Feuerlöscher in der Hand. Gezielt richtete er ihn auf den brennenden Mülleimer. In Sekundenschnelle war das Feuer gelöscht. Gaby informierte die Feuerwehr, dass das Feuer sehr schnell unter Kontrolle gebracht worden und niemand zu Schaden gekommen war.

Der Hausmeister schaltete die Schulhofbeleuchtung wieder an und TKKG konnten nun den zum Teil verkohlten Inhalt der Mülltonne betrachteten. „Da guckt ein Laternenstab raus“, stellte Gaby überrascht fest. Tim zuckte zusammen. „Da sind ja Wrackteile meines Laternenraumschiffs in der Asche.“ Behutsam fischte er eins der Papp-Triebwerke heraus. Dabei fiel etwas mit einem leisen Klirren zu Boden. Gaby hob es auf. „Ein Teelicht?“

„Ihr solltet doch keine Teelichter benutzen!“, sagte der Hausmeister streng.

Wie können TKKG ihre Unschuld an dem Brand beweisen?

„Wir haben keine Teelichter in die Laternen getan“, beteuerte Tim. „Weil wir wissen, dass das schnell zu einer lodernden Laterne führen kann“, ergänzte Karl. „Und wie ist es dann in die Laterne gelangt?“, fragte Petersen. „Von einem Außerirdischen? Ich sehe Tims halb verbrannte Laterne und ein Teelicht, das da rausgekullert ist.“

„Aber die Laterne wurde mir gestohlen, kurz bevor sie abgefackelt ist“, verteidigte sich Tim. Gaby zog ihr Handy aus der Tasche. „Da es sich um Diebstahl und Brandstiftung handeln muss, schlage ich vor, meinen Vater zu informieren.“ Der Hausmeister nickte und entfernte sich, während Gaby mit ihrem Vater, Kommissar Glockner, sprach.

Tim hatte in der Zwischenzeit Handschuhe aus Klößchens und seinem Zimmer, dem Adlernest, besorgt. Er begann, den verkohlten Müll auf eigene Faust zu untersuchen. „Vieles ist verbrannt und den Rest hat der Lösch-Schaum durchweicht.“ Seufzend fischte er eine verkohlte feuchte Pappmappe aus dem Müll. Klößchen sah sich den Fund genauer an. „Hat nicht Finja aus der 9c gerade noch etwas in den Müll geworfen?“ „Ja, nachdem sie meinte, dass es total babymäßig ist Laterne ohne echtes Feuer zu laufen“, fiel auch Gaby wieder ein.

Karl hatte bereits Grafitpulver und einen kleinen Pinsel parat und begann, den Griff des Laternenstabs einzupinseln. Die Fingerabdrücke, die sichtbar wurden, zog er mit Klebeband ab und klebte sie in Tims Notizbuch. TKKG verglichen sie zunächst mit ihren eigenen, die sie zum Abgleich im Notizbuch aufbewahrten. Schnell kam Karl zu einer Erkenntnis: „Neben Tims und meinen Abdrücken sind noch fremde Fingerabdrücke auf dem Stab.“

„Ich habe den Stab heute Morgen aus dem Keller geholt und niemand außer mir hat ihn berührt“, berichtete Tim. „Das müssen die Abdrücke des Täters sein.“

„Oder der Täterin“, ergänzte Gaby nachdenklich.

Wird es TKKG gelingen, die Person zu überführen?

Frau Schlemmer bat TKKG, mit ins Lehrerzimmer zu kommen. Oskar blieb bei Herrn Petersen. „Im Internat dürft ihr nicht mit Feuer hantieren“, rügte sie. „Haben wir auch nicht, ehrlich!“ Gaby legte die angekohlte Mappe auf den Tisch. „Kommt Ihnen die zufällig bekannt vor?“ „Ich habe auch so eine. Darin sind die von mir korrigierten Deutscharbeiten der 9c.“ Die Lehrerin kramte in ihrer Schultasche, dann blickte sie erschrocken auf. „Sie ist verschwunden!“

„In der 9c ist auch Finja, oder?“, erkundigte sich Klößchen. Frau Schlemmer sah TKKG über den Rand ihrer Brille an. „Ja, vor einer halben Stunde hatte ich ein Gespräch mit ihr.“ „Dass Finja versetzungsgefährdet ist, ist kein Geheimnis“, überlegte Tim. „Wenn das ihre Mappe war und die Klausuren verbrannt sind – muss die Klasse diese noch mal schreiben?“, fragte Karl. Die Lehrerin nickte nachdenklich.

Klößchens Blick fiel auf einen kleinen Kerzenhalter. „War da vorhin noch ein Teelicht drin?“

„Ja.“ Frau Schlemmers Miene verfinsterte sich. Gerade betrat Kommissar Glockner das Lehrerzimmer, hinter ihm schlich Finja am Lehrerzimmer vorbei. „Finja, kannst du bitte mal kommen?“ rief die Lehrerin.

Unsicher betrat Finja das Lehrerzimmer. „Warum?“ Frau Schlemmer deutete auf die zerstörte Mappe. „Hast du uns etwas zu sagen?“ Finja schwieg. „Du wolltest deine schlechte Deutscharbeit vernichten, damit du sie noch mal schreiben kannst, oder?“, preschte Gaby vor. „Zuerst hast du die Mappe mit den Klassenarbeiten gestohlen und weggeworfen.“ „Anschließend hast du sie samt meiner Laterne mit dem Teelicht im Mülleimer verbrannt“, führte Tim fort.

„Das Ganze sollte so aussehen, als wären wir schuld“, fügte Karl hinzu. „Bestreiten ist zwecklos.“, endete Gaby. „Wir haben deine Fingerabdrücke auf dem Laternenstab.“ Der Kommissar drehte sich zu TKKG. „Gute Arbeit!“

„Ihr habt mit allem recht“, gab Finja zerknirscht zu. „Ich habe so viel gelernt und die Arbeit trotzdem versemmelt. Da ist mir eine Sicherung durchgebrannt.“ Sie vergrub den Kopf in den Händen. „Tut mir so leid.“ „Vielleicht bekommst du Strafmilderung, wenn du uns hilfst, schnell eine neue Laterne zu basteln?“, schlug Gaby vor.

„Das wäre zu leicht, aber ich denke darüber nach“, sagte Frau Schlemmer. Klößchens Arm schnellte nach oben. „Nicht wenn sie eine Kubus-Kirschpralinen-Hund-Raumschiff-Laterne bauen muss.“ Die Lehrerin lachte. „Gute Idee. Die kannst du dann während einem deiner Nachsitz-Termine basteln.“ Zufrieden klatschten TKKG sich ab.

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Von Kirsten Vogel