Dein Rätselkrimi: „Geheime Botschaften“

Die drei ??? lösen gemeinsam spannende Fälle.

Illustration: Udo Smialkowski

Aufgeregt öffnete Justus Jonas die schwere Holztür der Polizeiwache von Rocky Beach. „Kollegen, ich bin gespannt, warum Kommissar Reynolds uns zu sich gerufen hat.“ Bob schob sich an ihm vorbei. „Wahrscheinlich braucht er wieder einmal die Hilfe seiner Spezialeinheit“, sagte er grinsend. „Hoffentlich ist es nicht nur eine entlaufene Katze, die wir suchen sollen.“ Peter zuckte mit den Schultern. „Na und? Das kann auch ein spannender Fall werden. Aber wir werden es gleich wissen.“

Als die drei ??? das Büro des Kommissars betraten, saß dieser hinter seinem Schreibtisch und rührte hektisch in einer Kaffeetasse. „Gut, dass ihr kommt“, begrüßte er sie mit leiser Stimme. „Habt ihr die Tür hinter euch richtig verschlossen?“ Peter rüttelte an der Türklinke. „Ja, die ist zu. Haben Sie Angst, dass es zieht?“ Kommissar Reynolds schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe Angst, dass uns jemand belauscht.“

Justus ging verwundert auf ihn zu. „Wieso sollte uns jemand auf dem Polizeirevier belauschen?“

„Weil es hier wahrscheinlich einen Maulwurf gibt“, antwortete der Kommissar und hielt sich dabei den Zeigefinger auf den Mund.

„Einen Maulwurf?“, wiederholte Peter irritiert.

„Ja, so nennt man jemanden, der wie ein Spion geheime Dinge nach außen trägt. Informationen über brisante Ermittlungen oder interne Einsatzpläne zum Beispiel. Viele üble Gestalten würden dafür eine Menge Geld auf den Tisch legen.“ Bob sprach jetzt genauso leise: „Und haben Sie einen Verdacht, um welchen Ihrer Kollegen und Kolleginnen es sich handeln könnte?“

„Nein, aber es gibt einen Informanten. Jemanden, der uns den Maulwurf ans Messer liefern will. Doch verständlicherweise will diese Person unerkannt bleiben. Aber heute will er uns den Namen des Spions liefern.“

Justus hakte nach. „Gibt es ein Treffen mit dieser Person?“ „Leider nicht. Der Informant will uns diesen Namen im Zoo von Santa Barbara über ein Rätsel mitteilen.“

„Das trifft sich gut“, strahlte Justus. „Wir sind Experten für Rätsel aller Art. Wann soll das Ganze stattfinden?“

„Schon in einer halben Stunde. Aber es gibt einen Haken: Der Informant will keinen Polizisten oder irgendeinen Beamten im Zoo sehen. Denn dann zieht er sich sofort zurück und wir werden nie erfahren, wer der Maulwurf bei uns ist. Hier kann nur meine Spezialeinheit helfen. Darum habe ich euch gebeten, zu kommen.“

Justus knetete seine Unterlippe. „Verstehe, wir sehen nicht gerade wie Polizisten aus. Natürlich sind wir dabei.“ Der Kommissar atmete erleichtert auf. „Ich habe gehofft, dass ihr das sagt. Doch jetzt müssen wir uns beeilen, denn sonst schaffen wir es nicht rechtzeitig zum Zoo.“

Wenig später saßen die drei ??? auf der Rückbank des Polizeiwagens und Kommissar Reynolds gab Vollgas.

„Ich hoffe, wir kommen in dem Fall weiter. Hier habe ich eine Liste für euch mit allen Beamten, die auf dem Polizeirevier arbeiten. Einer von ihnen muss der Maulwurf sein. Haltet im Zoo einfach die Augen auf.“

Der Tierpark befand sich etwas außerhalb von Santa Barbara und der Kommissar parkte den Wagen in sicherer Entfernung. „Jungs, ich wünsche euch viel Glück. Und denkt daran: Wir haben es mit einem sehr rätselhaften Fall zu tun.“

An diesem Tag war der Zoo gut besucht und vor der Kasse hatte sich eine lange Schlange gebildet. Zum Glück hatte Kommissar Reynolds den drei Freunden Geld für den Eintritt mitgegeben.

Schließlich waren sie an der Reihe und erhielten einen gefalteten Lageplan des Tierparks. Bob betrachtete den Plan. „Hier gibt es wirklich eine Menge Tiere. Nun stellt sich aber die Frage, wie der Informant Kontakt zu uns aufnehmen will.“

„Das sind Fragen ganz nach meinem Geschmack«, grinste Justus. »Wir müssen einfach die Augen offen halten.“ Auch Peter warf einen Blick auf den Plan und machte plötzlich eine Entdeckung. „Seht mal! Hier hat jemand auf den Plan gemalt und einen Kreis um den Bärenkäfig gezogen. Könnte dies ein erster Hinweis sein?“ Justus war begeistert. „Gut beobachtet, Peter. Wir werden diese Spur weiterverfolgen, denn es ist nicht nur der erste Hinweis, sondern bis jetzt auch unser einziger. Womöglich hat der Informant seine Finger im Spiel gehabt, damit gerade wir diesen Plan mit der Markierung erhalten. Los, auf zum Bärenkäfig!“

Das Gehege der Bären lag ganz in der Nähe. Zwei große Braunbären dösten in der Sonne und schienen sich nicht um die vielen neugierigen Besucher zu kümmern. Bob betrachtete die Bären durch die Gitterstäbe. „Das muss ganz schön langweilig für die sein. Aber viel weiter hat uns das nicht gebracht.“ Justus knetete wieder seine Unterlippe. „Jede Information bringt uns weiter. Folgen wir dem Rundgang im Zoo. Danach wäre die nächste Station das Gehege mit den Löwen.“

Doch auch hier konnten die drei Detektive nichts Ungewöhnliches entdecken. Es war Fütterungszeit und die Raubtiere machten sich über ein mächtiges Stück Fleisch her. Peter blickte wieder auf den Plan. „Der Rundgang führt uns nach den Löwen zu den Affen. Los, die Affen finde ich im Zoo immer am besten.“

Hier waren sie nicht die Einzigen, denn viele Familien hatten sich vor dem großen Affenfelsen versammelt. Bob stellte sich vor die Absperrung und zog Grimassen. „Hey, ihr Affen!“, rief er lachend. „Ich bin der König im Affenstall.“ Peter zog ihn zurück. „Nun mach die Affen nicht wütend, sonst springen die noch über den Zaun. Irgendwie kommen wir bei der Rätselei nicht weiter. Vielleicht will der Informant auch nur ein Spielchen mit uns treiben? Was denkst du, Just?“

„Ich denke, wir sollten weitergehen. Irgendeinen Sinn muss diese Wanderung haben. Dem Plan nach geht es nach den Affen zu den Kamelen. Los, weiter!“

Das große Gehege der Kamele war weniger besucht. Peter zeigte auf eines der Tiere. „Jetzt kann ich es mir endlich gut merken: Kamele haben zwei Höcker. Dromedare nur einen.“

Bob verzog sein Gesicht. „Toll, Peter. Doch im Fall Maulwurf bringt uns das auch kein Stück weiter. Die letzte Station auf dem Rundgang sind die Elefanten. Wenn wir auch dort keine neuen Erkenntnisse bekommen, dann müssen wir den Fall leider zu den Akten legen.“

Justus sah ihn empört an. „Nichts da, Bob! Bisher haben die drei ??? jeden Fall gelöst. Denkt nach! Die Tiere müssen irgendeine Bedeutung haben.“ Bob kniff die Augen zusammen. „Hmh, angefangen haben wir bei den Bären. Vielleicht sind es die Anfangsbuchstaben?“

In diesem Moment strahlte Justus über das ganze Gesicht. „Na, klar!“, rief er laut und zog den Zettel von Kommissar Reynolds aus der Tasche. „Ich glaube, wir haben jetzt den Namen des Maulwurfs. Hier auf der Liste werden wir ihn finden.“ Auf der Liste standen die Namen: Blair, Clarkson, Barks, Smith, Mortimer, Summers, Handers, Meyers, Hoffmann, Blake, Riggs und Kelly.

Tatsächlich konnten die drei Detektive kurz darauf Kommissar Reynolds den Namen des Maulwurfs nennen und der Fall war gelöst.

Doch welcher Name auf der Liste war es?

von Ulf Blanck

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Die drei ??? Kids – Verbrecher-Alarm, Von Ulf Blanck und Boris Pfeiffer, KOSMOS Verlag, 9,99 Euro, ab 8 Jahren

Die Lösung

Die Anfangsbuchstaben der Tiere beim Rundgang verrieten den Namen. Bären, Löwen, Affen, Kamele und Elefanten ergaben den Namen BLAKE.