Dein EXIT-Rätselkrimi: „Der rätselhafte Bankraub“ (Teil 1-4)

Lies den Text und löse das EXIT-Rätsel mit Hilfe dieses Bildes!

Illustration: Burkhard Schulz (M.B. SCHULZ Illustration)

„Aaaaaus dem Weg!“, rief ich, trat in die Pedale und versuchte verzweifelt, das Gleichgewicht zu halten. Das ist auf einem normalen Fahrrad schon nicht einfach, wenn es bergab geht und holprig ist. Und hier, im alten, verwilderten Teil des Schlossparks, war es sehr holprig. Aber ein normales Fahrrad hat wenigstens zwei Reifen und einen Lenker. Daran kannst du dich festhalten und leicht in die eine oder andere Richtung steuern. Doch ich saß auf einem Einrad, das hat nur ein Rad, klar, und keinen Lenker. Du kannst dich also nirgends festhalten, und zu steuern ist richtig schwierig. Und wenn ein Hund um dich herumtollt, wird es noch viel schwieriger, vor allem wenn es Flocke ist.

Flocke gehört meiner besten Freundin Mara und ist immer und überall dabei. Auch an diesem Morgen begleitete sie uns. Wir waren auf dem Weg zu unserem Ferienkurs im Zirkus, der wie jedes Jahr auf der großen Wiese neben dem alten Schloss seine Zelte aufgeschlagen hatte. Ausgelassen jagte Flocke um Mara und mich herum und sprang vor, hinter und neben unseren Einrädern auf und ab wie ein Flummi. Ihr braun-weißes Fell bewegte sich im Takt und die Zunge hing ihr ein Stückchen aus dem Maul. Es wirkte, als würde sie lachen.

Es sah bestimmt auch lustig aus, als Mara und ich durch ihr Gehopse aus dem Tritt kamen und fast zusammenstießen. Fast. Denn Mara wich schnell in die eine und ich in die andere Richtung aus. Blöderweise kamen wir dadurch beide vom Weg ab. Ich sah noch, wie Mara vor der verfallenen Schlossparkmauer abdrehte und samt Einrad ins hohe Gras plumpste. Dann schlingerte ich schon mit rudernden Armen auf die Brombeersträucher zu. Trotzdem schaffte ich es, nicht herunterzufallen, jedenfalls nicht sofort. „Oh, ha, jaaa!“, setzte ich zu einem Triumphgeheul an, als plötzlich ein Ruck durch das Einrad ging.

Ich war gegen irgendetwas gefahren, das im Gebüsch verborgen war, hob ab und flog in hohem Bogen über die Brombeersträucher. Dabei machte ich mich ganz lang, damit ich nicht in den Brombeersträuchern landete. Die haben nämlich fiese Stacheln! Dann rollte ich mich zusammen wie ein Ball, kugelte durch die Wiese, stand aber wieder, bevor Mara bei mir war.

„Nicht schlecht! Das war ein fast perfekter Salto.“ Mara lachte. An ihr klebten überall Grashalme. „Mit der Nummer können wir auftreten. Nur am Abgang müssen wir noch arbeiten!“ Sie zupfte sich ein Gänseblümchen aus den Haaren. „Oder wir machen gleich eine Clownsnummer daraus!“

„Das ist die Idee!“ Ich grinste von einem Ohr zum anderen. „Das sollten wir mal vorschlagen: als Abschlussnummer für den Akrobatikkurs!“

Heute war der letzte Tag des Kurses, aber am Wochenende sollte es noch eine Vorführung geben, damit wir die Kunststücke zeigen konnten, die wir gelernt hatten. Einrad fahren zum Beispiel oder mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft halten oder einen Salto machen. Eine Menschenpyramide konnten wir auch bauen, sogar mit drei Stockwerken! Alle, die im Kurs waren, machten dabei mit. Unten standen vier von uns, auf deren Schultern kletterten drei und Mara und ich standen ganz oben. Wir waren alle stolz wie Oskar, weil aus uns innerhalb von zwei Wochen schon richtige Akrobaten geworden waren. Die Pyramide würden wir auf jeden Fall vorführen und alle konnten Vorschläge für ein paar Extrakunststücke machen. Vielleicht durfte Flocke ausnahmsweise dabei sein, auch wenn es eigentlich ein Zirkus ohne Tiere war.

Ich drehte mich suchend im Kreis. „Wo ist denn Flocke?“, fragte ich.

„Sie steckt mit der Nase bestimmt wieder in einem Fuchsbau.“ Mara seufzte. „Flocke!“

Wir hörten ein Bellen. Es klang dumpf, ganz so, als sei Flocke weit weg, kam aber eindeutig von den Brombeerhecken her. „Hey, sieh mal, hier ist das Gebüsch viel weniger dicht!“, sagte ich und tauchte unter den Zweigen durch, hinter denen sich ein Hohlraum öffnete. Mara folgte mir.

„Das ist ja fast wie eine Höhle!“, staunte sie. „Eine Heckenhöhle!“

„Da geht’s noch weiter!“ Ich tastete mich auf allen vieren in das dämmrige Dunkel vor, als hinter dem Geäst zwei Augen gespenstisch aufleuchteten. Ich verschluckte mich vor Schreck. „Hicks!“, machte ich. „Wuff!“, kam es zurück.

„Flocke?!“

„Wuff!“, wiederholte Flocke und schlüpfte hinter den Zweigen hervor.

„Ich glaube, du hast recht mit dem Fuchsbau“, sagte ich. Flocke war so voller rostig brauner Erde, dass die großen, hellen Flecken in ihrem Fell kaum noch zu erkennen waren. Die kleinen, weißen Tupfen waren sogar ganz verschwunden. Von denen hat Flocke ihren Namen, denn im braunen Fell hinter ihrem linken Ohr sehen sie aus wie Schneegestöber. Mara zauste Flockes Ohren. „Das nächste Mal lass ich dich zu Hause, wenn du nicht hörst!“

Flocke wedelte unbeeindruckt mit dem Schwanz. Dabei fegte sie ein paar der Äste zur Seite, hinter denen sie hervorgekommen war. Merkwürdig, dass die so lose waren. Brombeerranken sind zäh, die fallen nicht so einfach ab. Ich hob eine Ranke auf und hielt sie Mara hin. „Guck mal, die sind abgeschnitten worden!“

„Stimmt!“, antwortete Mara. „Und dann wieder hingelegt!“

Wir schoben weitere Äste zur Seite. Zum Vorschein kam ein kreisrundes Loch, so groß, dass auch ein Mensch hineinkrabbeln konnte. Ein kleiner und schmaler Mensch zumindest. „Ein Fuchsbau ist das nicht!“, stellte Mara fest.

„Nee, das sieht eher aus, als hätte hier jemand gegraben.“ Ich deutete auf die aufgeworfene Erde, die sich hinter dem Loch türmte. Dagegen musste ich von der anderen Seite mit dem Einrad gefahren sein. „Aber wieso? Hier ist doch weiter nichts als Wiese und Brombeeren.“

„Das finden wir raus!“, sagte Mara und krabbelte auch schon in das Loch. „Wow, das ist ein richtiger Gang! Aber stockdunkel! Hast du deinen Schlüsselanhänger mit?“

„Den habe ich immer mit!“, antwortete ich und zog an meiner Schlüsselkette, an der auch eine kleine Taschenlampe hing. Mara hatte sie mir zum Geburtstag geschenkt. Dafür, dass sie so winzig war, war sie echt gut. Mara und ich fanden, dass man mit ihr nicht nur prima heimlich unter der Bettdecke lesen konnte, sie war auch für Abenteuer aller Art geeignet. Und wir waren uns ziemlich sicher, dass wir gerade direkt in eines hineinstolperten.

Vorsichtig krabbelten Mara und ich durch den Gang. Er wurde immer enger und niedriger. „Puh, dasch isch escht anschtrengend“, nuschelte Mara. Sie hatte sich ihre Taschenlampe zwischen die Zähne geklemmt, damit sie leichter vorwärtskam. Ich verstand kein Wort.

„Was?“, fragte ich.

„Das ist echt anstrengend!“, wiederholte Mara, die kurz die Taschenlampe aus dem Mund genommen hatte. Dabei huschte der Lichtkegel über Flocke und streifte die Tunnelwand hinter ihr. „Oh nein, sieht aus, als wäre der Gang hier zu Ende.“ Mara wollte schon umdrehen und steckte die Taschenlampe wieder zwischen die Zähne. Hinter Flocke leuchtete etwas auf.

„Was war das?“, fragte ich.

„Wasch denn?“, nuschelte Mara.

„Da, hinter Flocke!“ Ich hob meine Taschenlampe. Flocke schnupperte an etwas. Zwischen ihren Ohren schimmerte es golden. Ich streckte die Hand aus, um Flocke ein bisschen zur Seite zu schieben, und berührte etwas Glattes, Kaltes. „Fühlt sich an wie Metall!“

„Lasch misch mal schehen!“, verlangte Mara und zwängte sich neben mich. „Isch dasch Gold?!“ Mit den Händen schoben wir die Erde beiseite. Ein ziegelgroßes Stück löste sich und plumpste von uns weg. Licht drang durch die Lücke. Geblendet schloss ich kurz die Augen, riss sie aber sofort wieder auf.

„Da ist noch mehr! Viel mehr!“, rief ich aufgeregt. Durch die Lücke konnte ich in einen großen Raum sehen, in dem sich mehrere Stapel Goldbarren türmten. Dazwischen lagen dicke Geldbündel verstreut. An den Wänden waren überall messingfarbene, nummerierte Türchen. Manche der Türchen standen offen. Metallschubladen waren herausgezogen worden, aus denen Papiere und glitzernde Halsketten quollen. „Da sind überall Schließfächer!“, sagte ich. In der Mitte des Raumes standen weitere Reihen davon. So hoch, dass ich nicht darüberschauen konnte. „Ich glaube, das ist der Tresorraum der Bank!“

„Was?“, fragte Mara verblüfft. Sie beugte sich vor, um besser durch die Lücke sehen zu können. Die Goldbarren vor uns kamen ins Rutschen und rumpelten nach unten. Und wir mit ihnen. Wir kamen direkt neben den Schließfächern in der Mitte des Raumes zum Liegen. Flocke, die das anscheinend für einen Riesenspaß hielt, sprang hinterher und schlabberte Mara und mir durchs Gesicht. Bevor ich „Lass das!“ sagen konnte, erklang eine Stimme vom anderen Ende des Raumes: „Was war denn das?“

Schritte näherten sich. Mara konnte gerade noch Flocke am Halsband fassen, da stand schon ein Polizist in Uniform vor uns. Ihm folgten eine Frau und ein Mann in Zivil. Was bloß heißt, dass sie keine Uniformen anhatten, sondern ganz gewöhnliche Klamotten. Gewöhnlich bis auf die dünnen, blauen Gummihandschuhe, die sie trugen. Die Frau hatte außerdem einen silberfarbenen Koffer dabei. Die beiden waren bestimmt Kommissare von der KRIPO. Das bedeutet KRIminalPOlizei. Die Kripo wird immer gerufen, wenn es was Ernstes ist. Und ein Banküberfall ist etwas Ernstes. Das weiß ich aus den Detektivgeschichten, die Mara und ich so gern lesen.

„Das glaub ich jetzt nicht!“, rief die Frau und stellte den Koffer ab. „Wie kommt ihr denn hier rein?“

„Na, durch den Gang!“, sagte Mara, als erklärte sich das von selbst.

„Durch den Gang?!“, wiederholte der Mann von der Kripo. Mara und ich deuteten gleichzeitig in Richtung des Lochs in der Wand, das hinter den Goldbarren verborgen gewesen war. Die Frau spähte um die Schließfachreihe herum.

„Sieht aus, als hätten wir den Einbruchstunnel gefunden, Kommissar Knollenberg!“, stellte sie trocken fest.

„Falsch!“, widersprach Mara. Sie stand auf und klopfte sich würdevoll die Erde von ihrer Hose. „Wir haben den Tunnel gefunden!“

„Und wahrscheinlich alle Spuren vernichtet!“, knurrte Kommissar Knollenberg. Er zückte ein kleines, schwarzes Buch. „Namen?!“

„Mara Sternberg“, sagte Mara.

„Leo Torres“, sagte ich. „Über den Tunnel sind wir zufällig gestolpert.“

„Im wahrsten Sinn des Wortes!“ Mara grinste.

„Sehen Sie sich das mal an, Herr Kastens“, sagte die Frau zu dem Polizisten.

„Der passt da niemals durch!“, meinte Mara. Der Polizist war riesig und hatte ein Kreuz wie ein Schrank.

„Da könnte sie recht haben, Kommissarin Lisek!“, sagte Herr Kastens vom Tunnel her. Mara blickte von dem Polizisten zu Kommissar Knollenberg. Oder, genauer gesagt, auf seinen ziemlich umfangreichen Bauch.

„Ihr Kollege auch nicht.“

„Der Tunnel ist echt schmal!“, erklärte ich eilig, aber Kommissar Knollenberg wirkte trotzdem beleidigt.

„Sie würden vielleicht durchpassen“, überlegte Mara und musterte Kommissarin Lisek.

„Wir zeigen Ihnen gern alles!“, bekräftigte ich.

„Nicht nötig!“, beeilte sich die Kommissarin zu sagen. „Ihr…“ Doch ich war schon umgedreht. Blöderweise trat ich dabei auf eine Sprühdose mit schwarzer Farbe, die unter meinem Fuß wegkollerte. Ich stützte mich auf einer der offenen Schließfachschubladen ab und berührte dabei eine Perlenkette.

„… ihr habt schon genug angerichtet!“ Sie seufzte.

„Darauf sind jetzt überall deine Fingerabdrücke!“, schimpfte Kommissar Knollenberg. Er nahm einen durchsichtigen Plastikbeutel und eine riesige Pinzette aus dem silberfarbenen Koffer. Mit der Pinzette zog er die Perlenkette heraus und ließ sie in den Beutel gleiten.

„Tschuldigung!“, sagte ich, obwohl ich nicht mit Absicht auf die Farbdose getreten war. Und ich konnte auch nichts dafür, dass ich keine Handschuhe trug wie die Polizisten. „Vielleicht können wir das wiedergutmachen?“

„Bloß nicht!“, knurrte Kommissar Knollenberg und sah sich nach der Sprühdose um.

„Sie liegt da drüben“, sagte ich. „In der Ecke mit der Kamera, die…“

„Ich hab sie gesehen! “, unterbrach mich der Kommissar und bückte sich. Doch Flocke war schneller. „Sag dem verdammten Köter, er soll die Dose loslassen! Das ist ein Beweisstück!“

„Kein Grund, so unhöflich zu sein!“, meinte Mara. „Leo hat sich doch entschuldigt! Und Flocke will nur helfen, genau wie wir! Stimmt’s, Flocke?“

„Wuff!“, machte Flocke. Als der Kripobeamte danach griff, lief sie mit der Farbdose weg.

„Lassen Sie es gut sein, Kommissar Knollenberg, ich hab sie!“, rief seine Kollegin, die Flocke die Sprühdose abgenommen hatte. „Sehen Sie sich lieber das hier an!“

Kommissar Knollenberg drehte sich noch mal zu uns um. „Ihr bleibt hier und rührt euch nicht vom Fleck, bis euch Herr Kastens rausbringt!“ Damit trat er zu Kommissarin Lisek.

„Wer auch immer hier eingebrochen ist, wusste, was er tat“, sagte sie und deutete auf die Kameras, die im Tresorraum angebracht waren. „Die wurden mit Farbe zugesprüht.“

„Genau das wollte ich sagen!“, raunte ich Mara zu.

„Das mit den Kameras ist mir auch schon aufgefallen!“, antwortete Mara. „Und dass die Alarmanlage lahmgelegt wurde!“ Sie zeigte auf die roten, gelben und blauen Kabel, die lose über der Tresorraumtür baumelten.

„Weißt du, was seltsam ist?“, fragte ich Mara und deutete auf die vielen offen stehenden Schließfächer. Sie quollen alle über vor Geld, Ketten, Ringen und Edelsteinen, sodass sie in allen Regenbogenfarben funkelten. Nur die oberste Reihe der Schließfächer mit den dreistelligen Nummern sah unberührt aus. Aber sie lag auch sehr hoch oben. Da kam nur jemand ran, der echt groß war.

„Dass all das noch da ist?“, fragte Mara zurück. Ich nickte.

„Wieso sollte jemand die Schließfächer aufbrechen und sie dann nicht leer räumen?“

„Vielleicht war alles zusammen zu schwer, um es wegzutragen?“, überlegte Mara.

„Das ganze Gold bestimmt“, antwortete ich. „Aber was lässt sich leichter wegtragen als Geld?“

„Da hast du recht“, sagte Mara. Sie rieb sich nachdenklich die Nase. „Der Tresorraum sieht aus, als wäre er von oben bis unten durchwühlt worden. Vielleicht haben die Bankräuber etwas Bestimmtes gesucht? Etwas, was noch wertvoller ist?“

„Genau das hab ich auch gedacht! Nur was?“, erwiderte ich.

„Das ist eine gute Frage“, schaltete sich Kommissarin Lisek ein, die gekommen war, um den Koffer zu holen. „Genau wissen wir es erst, wenn wir alles mit den Listen der Besitzer verglichen haben. Die Bankdirektorin holt sie gerade – ah, da ist sie ja schon!“ Kommissarin Lisek trat neben die Bankdirektorin. Diese schaute verdutzt zu uns herüber, beugte sich dann aber mit Kommissarin Lisek über die Listen.

„Einige der Besitzer habe ich noch nicht erreicht“, sagte die Bankdirektorin. „Aber wir können mit den Schließfächern mit den zweistelligen Nummern anfangen. Da habe ich alles, was wir brauchen.“

„Das kann ja ewig dauern!“, stöhnte Mara, während die Erwachsenen auf die andere Seite der Schließfachreihen gingen, wo die mit den Nummern elf bis neunundneunzig lagen.

„Und ob!“ Ich beugte mich zu Flocke, die Streicheleinheiten forderte. Dabei fiel mir etwas an dem Goldbarrenstapel auf, der neben uns stand. „Guck mal, der sieht aus wie eine Treppe!“ Ich lehnte den Kopf in den Nacken. „Von da aus kommt auch jemand Kleines gut an die obere Reihe der Schließfächer ran.“

Mara folgte meinem Blick. „Das kann kein Zufall sein!“ „Wir haben was entdeckt!“, rief Mara quer durch den Raum. „Die Schließfächer ganz oben wurden vielleicht auch aufgebrochen!“

„Fast alle Schließfächer wurden aufgebrochen!“, kam es von Kommissar Knollenberg zurück. Ja, das wussten wir auch!

„Können Sie nicht trotzdem mit den Schließfächern auf dieser Seite anfangen? Die mit den dreistelligen Nummern“, versuchte ich es. „Am besten mit der obersten Reihe?“

„Eins nach dem anderen!“, antwortete Kommissarin Lisek.

„Pf!“, machte Mara. „Schauen wir selber nach?“

„Nichts lieber als das!“, sagte ich. „Aber wie, ohne weitere Spuren zu vernichten?“

„Da sagst du was!“, antwortete Mara. „Kommissar Knollenberg macht uns schon zur Schnecke, wenn wir uns nur vom Fleck rühren.“

„Zumindest das müssen wir nicht!“, meinte ich. Mir war nämlich was richtig Geniales eingefallen. „Wir könnten es so machen wie im Akrobatikkurs bei der Menschenpyramide! Dann brauchen wir nicht mal die Goldbarrentreppe!“

„Okay, los!“ Ich stellte mich breitbeinig hin, ging etwas in die Hocke und streckte Mara die Hände entgegen.

„Warte kurz!“, flüsterte sie, kramte in ihrer Gürteltasche und zog zwei kleine, bunte Plastiktüten heraus. Das waren eigentlich Hundetüten. Von denen hatte Mara immer welche dabei, um einsammeln zu können, was Flocke draußen so hinterließ. „Wir haben zwar keine Handschuhe, aber die sind fast genauso gut!“, meinte Mara zufrieden und streifte die Tüten über ihre Hände. Dann umfasste sie meine Handgelenke, schwang sich nach oben und kletterte auf meine Schultern. Beim Üben hatten wir dafür oft mehrere Versuche gebraucht, aber diesmal klappte es auf Anhieb! Nun war Mara auf Höhe der oberen Schließfächerreihe.

„Und?“, fragte ich mit gepresster Stimme. „Welches Schließfach wurde aufgebrochen?“

Kannst du Mara und Leo helfen? Wie lautet die Nummer des Schließfaches, das in der oberen Reihe aufgebrochen wurde? Nimm doch mal die Goldbarrentreppe unter die Lupe. Außerdem schadet es nicht, den Tresorraum anzuschauen. Kannst du die drei Zahlen errätseln?

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EXIT – Das Buch: Der rätselhafte Bankraub
von Anna Maybach und Inka und Markus Brand
KOSMOS Verlag
16 Euro
ab 8 Jahren

Die Lösung: Im Tresorraum liegen 4 Dollar-Scheine, 5 Euro-Scheine und 5 Pfund-Scheine herum. Damit kennst du auch schon den gesuchten Code. In der Reihenfolge Dollar, Euro und Pfund, so wie auf der Goldbarrentreppe vorgegeben, lautet der Code 4 5 5.