Dein Rätselkrimi: „Die Handy-Falle“

Die drei ??? überführen in „Die Handy-Falle“ einen fiesen Betrüger.

Bild: Jan Saße, Horgenzell

Der Sonntag konnte nicht besser beginnen: Die drei ??? saßen auf der Veranda und Tante Mathilda brachte ihnen einen frisch gebackenen Kirschkuchen. „Dann guten Appetit, Jungs. Wir machen das wie besprochen: Onkel Titus und ich fahren zu einer Versteigerung und ihr kümmert euch um die Geschäfte auf dem Schrottplatz.“ Justus schnappte sich sofort ein Stück Kuchen. „Keine Sorge, ihr könnt euch auf uns verlassen. Viel Kundschaft wird heute bestimmt nicht auftauchen.“

Jetzt kam auch Onkel Titus auf die Veranda. „Sag das nicht. Gerade am Sonntag kommen oft viele Kunden. Manche suchen ein Geschenk und andere haben nur Langeweile.“ Seine Frau nickte. „Richtig. Unser Schrottplatz hat sieben Tage die Woche auf.“ „Mathilda“, seufzte Onkel Titus. „Wie oft soll ich es noch sagen: Der Schrottplatz ist kein Schrottplatz, sondern ein Wertstoffhandel. Nichts ist so alt, als dass man es nicht noch irgendwie gebrauchen könnte. Aber ich sehe schon, dass kriege ich keinem von euch in meinem Leben beigebracht. Komm, lass uns los. Sonst sind die besten Stücke bei der Versteigerung weg.“

Als die beiden mit dem alten Pick-up den Schrottplatz verließen, lehnte sich Justus entspannt in den Korbstuhl zurück. „Herrlich! Wir haben sturmfreie Bude. So stell ich mir einen perfekten Sonntag vor.“ Doch die Freude dauerte nicht lange, denn kurz darauf fuhr ein roter Sportwagen auf den Hof. Ein Mann im dunklen Anzug stieg aus und setzte sich eine Sonnenbrille auf. Neugierig sah er sich um und blickte über den Platz. Justus stand vom Korbstuhl auf. „Guten Tag, Mister. Kann ich Ihnen helfen? Suchen Sie etwas Bestimmtes?“

Der Mann ging jetzt auf die drei zu. „Na ja, ich bin hier zufällig vorbeigekommen. Bin Geschäftsmann auf der Durchreise. Mir ist heute Morgen im Hotel mein Handy kaputtgegangen. Also genauer gesagt, es ist mir in die Toilette gefallen. Wirklich peinlich. Und als Geschäftsmann brauche ich es natürlich dringend. Leider haben heute am Sonntag natürlich alle Geschäfte zu. Ich dachte mir, ich probiere hier mal mein Glück.“ Justus reichte ihm die Hand. „Und Sie haben Glück. Mein Name ist Jonas. Justus Jonas. Mein Onkel betreibt hier diesen Schrott… äh, Wertstoffhandel. Kommen Sie bitte mit zum Schuppen. In der Glasvitrine befinden sich die besten Stücke. Viele gebrauchte Handys sind dabei.“

Bob lief hinterher. „Es sind sogar die besten gebrauchten Handys der Welt. Das findet man nur hier.“ Der Mann betrachtete die vielen Mobiltelefone. „Und funktionieren die auch?“ Justus öffnete den Deckel der Vitrine. „Selbstverständlich. Mein Onkel hat sie ausgiebig auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Einige sind sogar fast neuwertig. Auf denen klebt dann ein grüner Punkt.“ Der Mann nahm eins der Handys in die Hand. „Was ist zum Beispiel mit dem hier? Das hat auch einen grünen Punkt. Was soll das kosten?“ Justus knetete mit Daumen und Zeigefinger seine Unterlippe. Das tat er immer, wenn er scharf nachdachte. „Wenn Sie es sofort mitnehmen und gleich bezahlen, dann kostet es gerade einmal 200 Dollar.“ So zu reden hatte er sich bei seinem Onkel abgeguckt.

Der Mann setzte seine Sonnenbrille wieder auf. „Einverstanden, meine Junge. Das Geschäft ist gemacht.“ Justus erschrak fast. Er war sich sicher gewesen, dass der Mann handeln würde. Das taten beinahe alle Kunden, die bei Onkel Titus einkauften. Justus hätte sich sogar auf die Hälfte runterhandeln lassen. „Gut, dann machen wir das so“, sagte er schließlich und schloss die Truhe. „Alles klar. Und ich verlasse mich darauf, dass es auch funktioniert. Denn ich muss sofort los und habe keine Zeit mehr, es auszuprobieren.“

Dann überreichte der Mann Justus das Geld und fuhr mit durchdrehenden Reifen in seinem roten Sportwagen weg. Gut gelaunt gingen die drei Freunde zurück auf die Veranda. „Das war mal ein guter Kunde“, grinste Peter. „Schnelles Geschäft – schnelles Geld – schnell wieder weg.“ Auch Justus war zufrieden und schob die Geldscheine unter das Kuchentablett auf dem Tisch. „Tante Mathilda und Onkel Titus werden staunen, wenn wir ihnen von unserem Geschäft erzählen.“ Doch sie hatten sich zu früh gefreut, denn kurz darauf kam der Mann mit seinem Sportwagen zurück. Staub wirbelte auf, als er vor der Veranda eine Vollbremsung machte. Wütend knallte er die Tür seines Wagens zu und Peter rutschte vorsichtshalber mit seinem Korbstuhl ein Stück zurück.

„Oh, Mann. Der sieht echt wütend aus.“ Das war der Mann anscheinend auch. Zielstrebig ging er mit dem Handy in der Hand auf Justus zu. »He! Junge! Du hast mir ein kaputtes Handy angedreht. Das macht keinen Mucks. Total kaputt. Es lässt sich nicht einmal anschalten. Eine Schweinerei ist das. Gleich wird die Polizei hier sein und ich werde eine Anzeige erstatten. Das Geld will ich natürlich zurückhaben.“ Die drei ??? waren so überrascht, dass keiner ein Wort herausbrachte. Tatsächlich brauste eine Minute später ein Polizeiwagen auf den Hof und Kommissar Reynolds stieg aus. „Hallo, Jungs. Gegen euch wurde Anzeige erstattet. Was ist passiert? Ein gewisser Snyder hat mich von unterwegs aus angerufen.“

Der Mann reichte dem Kommissar die Hand. „Danke, dass Sie so schnell gekommen sind. Diese drei Lausebengels wollten mich doch tatsächlich übers Ohr hauen. Hier, dieses kaputte Handy haben sie mir angedreht. Dafür müssen die bestraft werden. Ich erstatte Anzeige.“

Der Kommissar nahm das Telefon in die Hand. „Stimmt das, Jungs? War es wirklich dieses Handy?“ Peter kannte sich damit gut aus. „Nun ja, es ist das gleiche Modell. Und auch der grüne Punkt klebt da drauf. Es könnte schon das Handy sein.“ Justus wollte das nicht glauben. „Aber ich bin mir sicher, dass mein Onkel die Handys immer überprüft, wenn er sie verkauft.“

Kommissar Reynolds legte Justus die Hand auf die Schulter. „Das kann bei der komplizierten Technik schon einmal passieren. Ich hasse diese Dinger. Gehen andauernd kaputt. Aber ich würde vorschlagen, ihr händigt dem Herrn das Geld wieder aus und die Sache ist erledigt. Eine Anzeige ist natürlich Unsinn. Ihr werdet das ja nicht mit Absicht gemacht haben. Mein Herr, sind Sie damit einverstanden?“ Der Mann im dunklen Anzug nickte. „Ja, ist schon okay. Hauptsache, ich bekomme mein Geld zurück.“ Gerade wollte Justus das Geld unter dem Kuchentablett hervorziehen, als ihn ein Geistesblitz durchzuckte. Seine Augen strahlten.

„Jetzt möchten wir aber eine Anzeige gegen den Mann erstatten, Kommissar Reynolds.“ Alle sahen ihn mit großen Augen an. „Aber warum denn? Ich verstehe nicht ganz“, wunderte sich der Kommissar. „Weil dieser Mann ein Trickbetrüger ist. Er hat unser heiles Handy behalten und wollte für sein kaputtes Handy sein Geld zurückhaben. Geschickterweise hat er vorher sogar den grünen Punkt umgeklebt. Und ich kann es beweisen, denn er hat sich selbst verraten.“ Wenig später fand der Kommissar im Wagen des Mannes das funktionstüchtige Handy von Onkel Titus. Sofort klickten bei dem Trickbetrüger die Handschellen und er wurde verhaftet.

Doch wodurch hat sich der Betrüger verraten? Die Lösung liest du weiter unten…

von Ulf Blanck und Boris Pfeiffer

Noch mehr Abenteuer von Die drei ??? Kids

Noch mehr Rätselkrimis von Die drei ??? Kids liest du in dem Buch „Die drei ??? Kids – Schräge Vögel“, von Ulf Blanck und Boris Pfeiffer, KOSMOS Verlag, 9,99 Euro, ab 8 Jahren.

Die Lösung: 

Der Käufer hätte gar nicht mit dem angeblich kaputten Handy bei Kommissar Reynolds anrufen können!