Dein Rätselkrimi: Weihnachtschaos

Tim, Karl, Klößchen und Gaby lösen mutig jeden Fall
Illustration: : COMICON S.L./Beroy + San Julian

„Ich freue mich schon so auf Weihnachten“, flötete Klößchen. „Dann ist der ganze Vorweihnachts-Stress vorbei und Papa wieder ansprechbar.“ „Als Sohn eines Schokoladenfabrikanten macht man in der Adventszeit ganz schön was mit.“ Gaby strich Klößchen über den Arm. „Gestern wurden stundenlang Nikolausstrümpfe mit Schoko-Weihnachtsmännern gefüllt, die er heute in der Stadt verteilen will. Er verkleidet sich dafür sogar als Weihnachtsmann“, berichtete Klößchen. „Und Osterhasen werden ja auch schon wieder produziert.“
Oskar stellte die Ohren auf. „»Du bekommst nachher eine Möhre.“ Gaby wuschelte ihrem Cockerspaniel über das Fell. „Jetzt feiern wir erst mal unsere Detektivclub-Weihnachtsfeier.“
Tim griff in seinen Rucksack. „Guck mal Oskar, ich habe eine Weihnachtsmann-Mütze mit Hundekeksen für dich.“ Oskar steckte seine Schnauze hinein und schnappte sich einen Keks.
„Warum haben wir uns eigentlich nicht zum Plätzchenbacken verabredet?“, fragte Klößchen. „Das Ausstechen macht solchen Spaß!“
„Und das Teignaschen“, lachte Gaby. „Ich habe aber so viel mit Mami gebacken, das reicht für vier Detektivclub-Weihnachtsfeiern.“ Frau Glockner betrat den Schuppen und hielt eine leere Dose hoch. „Die Plätzchen sind weg. Habt ihr sie etwa alle schon genascht?“ Hinter Gabys Mutter tauchte nun auch ihr Vater Kommissar Glockner auf. „Ich wollte nur schnell eine schöne Feier wünschen.“
„Papi“, Gaby sah ihren Vater ernst an. „Weißt du, wo die Plätzchen abgeblieben sind?“ „Äh, nein.“ Der Kommissar wandte sich zum Gehen, aber Gaby hielt ihn fest. „Und was ist das da auf deiner Nasenspitze? Das sieht nach unserer Verzierung aus.“ Der Kommissar fasste sich an die Nase. „Ähm, ein Schokosternchen?“ „Überführt! Herr Glockner hat die Plätzchen aufgegessen“, rief Karl.
Gabys Vater hob entschuldigend die Schultern. „Tut mir leid. Die waren einfach zu gut.“ „Dann backen wir heute doch“, entschied Gaby. „Wartet, ich habe noch etwas dabei“, tönte Klößchen und zauberte vier prall gefüllte rot-weiße Strümpfe aus seinem Rucksack. Erwartungsvoll kippte Tim einen der Strümpfe auf dem Schreibtisch aus. „Das sind ja gar keine Weihnachtsmänner!“

Was befindet sich stattdessen in dem Strumpf?

„Da sind ja nur Osterhasen und Ostereier in dem Nikolausstrumpf“, wunderte sich Gaby.
„Schokolade ist zwar Schokolade, aber so war das wahrscheinlich nicht geplant?“, fragte Karl. „Sind in den anderen Strümpfen auch Osterhasen?“ Klößchen schüttete einen weiteren Strumpf aus. Auch darin befanden sich österliche Schokoladenspezialitäten. Seufzend wickelte er ein Osterei aus und steckte es in den Mund. „Wenn mein Vater die Strümpfe heute in der Stadt verteilt, sind die Kinder vielleicht enttäuscht. Sie erwarten doch Weihnachtsmänner!“
„Wir brechen unsere Feier ab und überprüfen das!“ Tim sprang auf. „Oskar, du bleibst bei Mami“, entschied Gaby. Klößchen zog seine Bommelmütze auf. „Dann los zur Villa Sauerlich!“
In der Villa Sauerlich stand ein großer Weihnachtsbaum im Eingangsbereich. „Wow, der ist ja noch größer als im letzten Jahr“, staunte Tim. Sein Vater, der bereits sein Weihnachtsmann-Kostüm trug, stand auf einer Leiter und versuchte die Lichterkette um den Baum zu legen.
„Kinder, schön, dass ihr uns besuchen kommt.“ Frau Sauerlich kam hinter dem Baum hervor. Sie zeigte auf einen großen Teller. „Wollt ihr ein paar…huch… wo sind denn die Schoko-Kipferl?“ Herr Sauerlich räusperte sich. „Die hat wohl der Weihnachtsmann aufgegessen“, lachte Tim.
„Ach, das war bestimmt der Osterhase“, scherzte Herr Sauerlich ertappt. „Papa, deshalb sind wir hier.“ Klößchen zog einen Nikolausstrumpf aus seinem Rucksack und kippte den Inhalt auf den Plätzchenteller. „O, nein!“ Herr Sauerlich lief zu einem großen Sack, der im Eingangsbereich stand und durchsuchte einige der Strümpfe. „Das gibt es nicht! Die sind alle voller Osterschokolade!“ Der Schokoladenfabrikant nahm seine Zipfelmütze ab und warf sie auf den Boden. „Mist!“ TKKG sahen sich nachdenklich an.
Seufzend schulterte Herr Sauerlich den Sack. „Ich muss in die Fabrik und die Strümpfe neu befüllen lassen.“ „Wie kann es sein, dass überall die Hasen drin sind?“, überlegte Tim. „So schusselig kann man doch selbst bei dem größten Vorweihnachtstress nicht sein“, fand Karl.
Klößchen stapfte seinem Vater hinterher. „Wir sollten herausfinden, was da schiefgelaufen ist.“

Wurden die Osterhasen absichtlich in die Nikolausstrümpfe gesteckt?

Mit Herrn Sauerlich betraten Tim, Karl, Klößchen und Gaby die Schokoladenfabrik.
Aus einem Lautsprecher dudelte Weihnachtsmusik und Schoko-Osterhasen fuhren über ein Produktionsband zur Verpackungsmaschine. „Frau Grünberg, kommen Sie mal bitte?“, rief Klößchens Vater seiner Sekretärin zu.
„Ich habe eigentlich keine Zeit“, stöhnte Frau Grünberg. „Die letzte Lieferung Weihnachtsmänner muss noch raus und ich bearbeite bereits die Osterbestellungen.“ „Es ist leider wichtig“, drängte Herr Sauerlich. In seinem Büro stand noch eine weitere Kiste mit Nikolausstrümpfen. Frau Grünberg sah gestresst auf ihre Uhr. „Müssten Sie nicht längst in der Stadt unterwegs sein und die Strümpfe verteilen?“
„Das geht leider nicht“, bedauerte Klößchen. „Denn in den Nikolausstrümpfen sind Osterhasen“, ergänzte Gaby. Frau Grünberg warf einen Blick in mehrere Strümpfe. „Tatsächlich! Wie konnte das denn passieren?“ Die Sekretärin drückte Klößchen einen Osterhasen in die Hand. „Ich hole Weihnachtsmänner.“
Klößchen wickelte die Hasenohren aus dem Silberpapier und biss sie ab. „Na, na, na“, mahnte Herr Sauerlich. „Das sind Osterhasen, keine Weihnachtshasen. Die darfst du nur zu Ostern naschen.“ „Ohne Ohren ist er gar kein Hase mehr“, erwiderte Klößchen schulterzuckend.
Ein Lachen ertönte aus dem Flur. Ein Junge in TKKGs Alter kam dazu. „Hallo, Magnus, was machst du denn hier“, fragte Klößchen überrascht. „Eigentlich wollte ich mit Papa längst Plätzchen backen“, erklärte Magnus traurig. „Aber hier ist ja jeden Tag so viel zu tun, dass er keine Zeit hat.“ „Das kennen wir“, seufzte Gaby. „In unseren Familien geht es vor Weihnachten auch immer drunter und drüber.“
Mit einer Kiste kam Frau Grünberg zurück. „Die stand in der Putzkammer.“ Klößchen warf einen Blick hinein. „Da fliegen ja kreuz und quer Weihnachtsmänner drin herum, so als hätte sie jemand schnell in die Kiste gefeuert!“ „Und dann versteckt.“ Tim rieb sich grübelnd über die Schläfe. „Die waren bestimmt vorher in den Strümpfen“, raunte Karl seinen Freunden zu. „Jemand hat sie herausgeholt und gegen die Osterhasen getauscht.“
„Herr Sommer sollte doch die Strümpfe packen?“, fragte Herr Sauerlich. Die Sekretärin drehte sich zu Magnus. „Weißt du, wo dein Vater ist?“ Magnus zuckte mit den Schultern. „Der ist im Stress, weil Sie ihm andauernd neue Arbeit geben.“ Gaby zog ihre Freunde beiseite. „Ich habe einen Verdacht.“

Wer hat die Osterhasen in die Strümpfe gesteckt?

„Man sieht sich.“ Magnus steckte die Hände in die Hosentaschen und drehte sich weg, aber Klößchen hielt ihn fest. Er drückte Magnus seinen angebissenen Schokohasen in die Hand. „Halt mal bitte.“ Magnus runzelte die Stirn. „Warum das denn?“ Er stellte den Hasen auf eine Kiste. TKKG tauschten einen verschwörerischen Blick.
„Kommt, wir helfen.“ Gaby kniete sich auf den Boden. „Erst holen wir alle Osterhasen aus den Nikolausstrümpfen und dann befüllen wir sie mit Weihnachtsmännern.“ „Das könnte dauern“, stöhnte Klößchen. Unauffällig holte Karl sein Fingerabdruckset aus dem Rucksack. Tim schnappte sich einen der Osterhasen aus den Strümpfen und den, den Magnus gerade auf die Kiste gestellt hatte. Heimlich steckte er sie in die Tasche seines Kapuzenpullis. „Komm Karl, wir müssen uns erst mal die Hände waschen.“
Die beiden verschwanden aus dem Büro. Nach wenigen Minuten kamen sie zurück und nickten Klößchen und Gaby zu. Im selben Moment kam Herr Sommer, Magnus’ Vater ins Büro. „Ich habe schon gehört, was passiert ist.“ „Können Sie sich das erklären?“, fragte Herr Sauerlich. Herr Sommer schüttelte den Kopf.
„Es war Magnus“, gab Klößchen preis, und schob sofort hinterher: „Aber nicht böse sein. Bestimmt war er nur enttäuscht, dass sein Vater gerade so viel arbeiten muss.“ Magnus blickte unsicher von seinem Vater zu Herrn Sauerlich. Der Schokoladenfabrikant kratzte sich nachdenklich am Kinn. „Magnus!“, donnerte Herr Sommer los. „Was fällt dir ein?“ „Entschuldigung.“ Magnus ließ die Schultern hängen. Herr Sommer schüttelte wütend den Kopf.
„Magnus, ich habe eine Idee!“ Herr Sauerlich wühlte in der Tasche seines Weihnachtsmann-Mantels und setzte sich die Zipfelmütze auf. „Ich packe jetzt die Strümpfe und dein Vater hat den Rest des Tages frei.“ Magnus lächelte dankbar. TKKG tauschten Blicke aus.
„Wir helfen Ihnen.“ Gaby begann, Nikoläuse in die Strümpfe zu stecken. „Und hinterher können wir noch zusammen Plätzchen backen“, rief Klößchen glücklich.
Herr Sauerlich nickte. „Das ist eine schöne Idee.“ „Jetzt komme ich doch noch in den Genuss, mit meinem Vater etwas Vorweihnachtliches zu unternehmen“, freute sich Klößchen. Er drückte seinen Freunden Schokohasen in die Hand. „Und wir haben die besten Schokohasen der Millionenstadt.“

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Von Kirsten Vogel

Veröffentlicht am 26. Dezember 2020